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Multitalentiert

Mehrgenerationenhaus, Haldensleben

Gleich in mehrfacher Hinsicht ist das Mehrgenerationenhaus „EHFA – Ein Haus für alle“ bemerkenswert: Sein Bau rettete ein denkmalgeschütztes innerstädtisches Quartier, es bündelt soziale Einrichtungen und es vitalisiert nachhaltig die Stadt. Dass es derart Menschen jeden Alters zusammenbringt, ist das starke Plus eines Projekts, das als Leuchtturm gilt und weithin strahlt. Das Haus ist ein wahres Multitalent.

Sein Ursprung geht bis in das Jahr 2007 zurück, als man in Haldensleben angesichts anhaltend problematischer Bevölkerungsentwicklung die gefährdete historische Altstadt mit neuen Wegen weiter zu stärken suchte. „Verschiedene Wohnformen für unterschiedliche Alters- und Nutzergruppen mit entsprechenden Dienstleistungs- und Betreuungsangeboten“ sollten zu diesem Zweck in einem Gebäudekomplex konzentriert und kombiniert, ergänzend gebaut, Altbausubstanz bewahrt werden.

Der avisierte Bauplatz lag in einem von Verfall bedrohten Quartier, keine hundert Meter von Rathaus und Roland entfernt.

Die gute Idee fand Förderer. Eingereicht beim Landeswettbewerb „Städte- und wohnungswirtschaftliche Modellprojekte in Sachsen-Anhalt“ erhielt die Stadt im Juli 2009 eine Förderzusage für einen ersten Teilbereich entlang der Bülstringer Straße. 19 barrierefreie Wohnungen entstanden bis Anfang 2012 in einem sanierten Gründerzeithaus sowie zwei angrenzenden, neu geplanten Gebäuden. In ihrer Architektur adaptieren sie die typischen Merkmale der zwei- bzw. drei Geschoss hohen Altstadthäuser samt traufständigem Satteldach, ihre hochaufragenden Dachgauben setzen markant-moderne Zeichen.

Drei Jahre später öffnete das eigentliche Herz des Mehrgenerationenhauses als zweiter Teil des ambitionierten Vorhabens. Es schloss das innerstädtische Karree in der Gröperstraße 12 mit einem, nein eigentlich zwei modernen, hellen Gebäuden, deren Mitte einen „Marktplatz“ formt. Das lichtdurchflutete Atrium lässt im besten Sinne öffentliches Leben zusammenfließen und ermöglicht vielschichtig Begegnung und Vernetzung in Arbeit wie in Freizeit. Vielfältige soziale Service-, Beratungs- und Begegnungsstätten haben auf den zwei Etagen rund um den glasüberdachten Innenhof eine neue Heimat gefunden, sind zudem eine Kindertagesstätte und die Volkssolidarität eingezogen, Parkmöglichkeit im Haus inklusive.

Eine breit einladende Freitreppe führt – neben dem obligaten Aufzug – ins Bürgerhaus hinein. Es ist die richtige Geste, denn das Gemeinschaftsprojekt lebte von Anbeginn vom guten Miteinander, unterstreicht Projektleiter Günter Graviat die Philosophie und verweist auf die vorbildhaft vorbereitende und begleitende Zusammenarbeit der eigens eingerichteten Projektgruppe von Stadt, dem PARITÄTISCHEN und der SALEG. Die Gemeinnützige Paritätische Sozialwerke PSW GmbH betreibt seit Januar 2015 das Haus. Es ist aus dem Leben der Haldenslebener, die übrigens den Namen „EHFA“ bürgerschaftlich selber wählten, nicht mehr wegzudenken.

Projektbeteiligte (Auswahl)

Bauherr
Sachsen-Anhaltinische Landesentwicklungsgesellschaft mbH SALEG, Magdeburg, als treuhänderischer Sanierungsträger der Stadt Haldensleben

1. Teilbereich: Bülstringer Straße 9, 11, 11a

Architekt
Kirchner + Przyborowski Architekten BDA, Magdeburg/Burg
Tragwerksplanung
A.R.T. Axel Rolfs Tragwerksplanung, Magdeburg
Haustechnik
ITG Planungs- und Energieberatungs GmbH, Magdeburg
Freianlagenplanung
Planungsgruppe Lärchenberg, Hannover

2. Teilbereich: Gröperstraße 12

Architekt
BHBVT Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin
Tragwerksplanung
Ingenieurgruppe Bauen, Berlin
Haustechnik
ITG Planungs- und Energieberatungs GmbH, Magdeburg
Freianlagenplanung
Planungsgruppe Lärchenberg, Hannover
Projektsteuerung und -management 1. + 2. Teilbereich
Dipl.-Ing. Günter Graviat, Sachsen-Anhaltinische Landesentwicklungsgesellschaft mbH SALEG, Magdeburg
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