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Kindertageseinrichtung und Hort „Güstener Spatzen“, Güsten
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Kindertageseinrichtung und Hort „Güstener Spatzen“, Güsten
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Kindertageseinrichtung und Hort „Güstener Spatzen“, Güsten
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Kindertageseinrichtung und Hort „Güstener Spatzen“, Güsten
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Kindertageseinrichtung und Hort „Güstener Spatzen“, Güsten
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Kindertageseinrichtung und Hort „Güstener Spatzen“, Güsten
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Kindertageseinrichtung und Hort „Güstener Spatzen“, Güsten
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Kindertageseinrichtung und Hort „Güstener Spatzen“, Güsten

Stark gebaut

Kindertageseinrichtung und Hort „Güstener Spatzen“, Güsten

Nicht nur zu wissen, was wichtig ist, sondern auch, was sich daraus machen lässt – so umschreibt sich am trefflichsten die Intention der Stadt Güsten bei der Planung und dem Bau der Kindertageseinrichtung samt Hort „Güstener Spatzen“. Denn: Wichtig war sicherlich die klare Entscheidung, nach umfangreicher Mängel- und Schadensuntersuchung nicht mehr in das über vierzig Jahre alte und verschlissene Gebäude – einen zweigeschossigen DDR-Initiativbau – zu investieren.

Wichtig war sicherlich auch, den Platz für den „Erneuerungsbau“ in der Mitte der Stadt zu wählen. Dort, wo man bereits seit Jahren für das Ziel „Güsten – Ort der Bildung und Kommunikation“ einem Campus mit Grund- und Sekundarschule, Bibliothek, Mensa und Kleinsportanlage Kontur verleiht.

Indes zu erkennen, dass sich aus einem Projekt eben noch mehr, nämlich ein energetischer Vorbildbau im Passivhaus-Standard entwickeln ließe, war die eigentliche Kunst. Mit Aufnahme in das Programm Sachsen-Anhalt STARK III wurde es möglich, ein kompaktes Gebäude zu planen, das auf das Zusammenspiel von Architektur und moderner, energieeffizienter Technik vertraut und dabei insbesondere auf die Kraft der Sonne setzt. Drei Komponenten tragen das integrale Konzept: die Gebäudehülle als Energieerzeuger, der Untergrund als Energiespeicher sowie die energetisch günstige Ausrichtung und Flächenverhältnisse. Die Solarenergie wird dabei auf mehrfache Weise thermisch genutzt: zur Warmwasserbereitung, zur Heizungsunterstützung sowie für die Wärmepumpe des Erdkollektors. Kontrollierte Be- und Entlüftung sorgt für eine 85-prozentige Wärmerückgewinnung bei allzeit frischer Luft. Und „grüner“ Strom kommt zudem von einer Photovoltaikanlage vom Dach ins Haus. Rund 200 Kinder profitieren von dem guten Klima. Zu zeigen, wo das herkommt, ist Gestaltungsprinzip. So schlängeln sich selbstbewusst die Lüftungsrohre in kräftigem Sonnengelb und Lindgrün entlang den Decken. Ihnen kann man mühelos folgen, etwa ins lichte Atrium eines zentralen Treppenraums mit breiten Sitzstufen oder in die Gruppen- bzw. Horträume auf den zwei barrierefrei zugänglichen Etagen mit ihren vielbeliebten Klettereinbauten. Oder man tritt hinaus in den landschaftsgärtnerisch kindgerecht gestalteten Außenbereich samt der Rutsche.

Die Stadt Güsten bringt mit dem technischen wie pädagogischen Zukunftshaus ein starkes Pfund in ihre Verbandsgemeinde Saale-Wipper ein. „Fünf sind eins“ heißt es in deren Entwicklungskonzept, in dem jede einzelne Mitgliedsgemeinde eine ganz eigene Säule qualifiziert – und Güsten, so resümiert SALEG-Projektleiterin Babett Riel, auf die der Bildung für eine gute Zukunft in Gemeinsamkeit setzt.

Postskriptum: Für den letzten Baustein des Campus, die geplante energetische Sanierung und den Umbau des über hundert Jahre alten denkmalgeschützten Grundschulgebäudes, konnte im November 2015 der Antrag auf Aufnahme in die nächste STARK III-Förderperiode gestellt werden.

Projektbeteiligte (Auswahl)

Projektsteuerung und -management
Dipl.-Ing. Babett Riel, Sachsen-Anhaltinische Landesentwicklungsgesellschaft mbH SALEG, Magdeburg
Architekt
Kirchner + Przyborowski Diplomingenieure Architekten BDA, Burg
HLS / Energie
Planungs-Büro Wahlbuhl, Naumburg (Saale)
Freianlagen
BÜRO GRÜNPLAN D. Krebietke & K. Tourneau, Bernburg (Saale)
Tragwerksplanung
IPB Ingenieurgesellschaft Reikowsky + Partner mbH, Staßfurt