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Überzeugendes Duo

Landratsamt Börde, Haldensleben

Die Zeiten ändern sich wie die Erwartungen an das, was moderne Verwaltung zu leisten hat. Das weiß man auch im Landkreis Börde, dem drittgrößten Sachsen-Anhalts, der 2007 aus Börde- und Ohrekreis gebildet worden war. Schon lange Jahre hatte man hier den Wunsch verfolgt, das derzeit an verschiedenen Adressen ansässige Amt zusammenzufassen. Nach Abwägung der wirtschaftlichen Parameter „Neubau versus ertüchtigter Altbau“ entschied sich der Kreistag für ein modernes neues Gebäude – ein „Haus für die Bürger“ – in der Kreisstadt Haldensleben, das nun Funktionalität, Bürgernähe und zeitgenössische Architektur aufs Beste miteinander zu vereinen vermag. Das Baufeld: Der Platz des 2001 abgerissenen Elektrizitätswerks hinter dem historischen Stendaler Turm, wo dieser Tage ein dreigeschossiger Baukörper mit seiner Rasterfassade aus einem rhythmischen Stakkato hochstehender Fenster Gestalt annimmt. Gebildet wird er von zwei Atriumhäusern gleicher Größe und Form, die zueinander versetzt und sich gegenseitig durchdringend angeordnet sind. Das Duo formt derart einen gemeinsamen, symbiotischen Raum, die zukünftige Lobby mit Empfangsterminal, Aufenthalts-, Begegnungs- und Warteflächen, dazu Kantine und Schulungsraum. Blickfang – so die Vision – wird eine freistehende Treppe sein, die man ebenso zum Markenzeichen der ausführenden Architekten zählen kann wie die Wahl kräftiger Farben: hier ein Apfelgrün für den Haupteingang. Der findet sich in jenem Versatzbereich, den die beiden Häuser an der zur Innenstadt orientierten Seite hin bilden. Mit seinem tiefen und schrägen Fassadeneinschnitt zeichnet er eine für jedermann einladende Geste nach.

Der Vorteil von Atriumhäusern liegt in der guten Belichtung ihrer innenliegenden Gebäudeseiten. Davon werden nach Fertigstellung die rund 400, vorzugweise in Doppelbüros tätigen Mitarbeiter maßgeblich profitieren. Lager, Archiv, Toiletten, Teeküche oder Technik hingegen sind in den dunklen, nicht natürlich belichteten Zonen untergebracht. Der Arbeitsplatz der Kreistagsmitglieder – der Sitzungssaal – ist bereits im Rohbau als eingeschossiger, flacher Quader auf Erdgeschossniveau im westlichen der beiden Innenhöfe auszumachen. Mit gold-gelb changierenden Fassadenplatten verkleidet, wird er aus der Wahrnehmung des sonst eher zurückhaltend gestalteten Bauwerks herausgehoben sein.

Außendämmung rundherum, dreifach verglaste Fenster, außenliegender Sonnenschutz oder die Photovoltaikanlage auf dem Dach – es sind Bestandteile eines energetischen Konzepts, die den puristischen Verwaltungsbau als KfW-Effizienzhaus 70 definieren, der aber per se die hohen gesetzlichen Vorgaben an seine energetische Ertüchtigung erfüllen wird. Der Parkplatz ist bereits angelegt, für Ende 2017 der Einzug geplant. „Das neue Haus ist ein Quantensprung für den Landkreis“, schätzt SALEG-Projektleiter Marco Krüger ein. „Es wird Mitarbeitern wie Besuchern beste Bedingungen bieten.“

Projektbeteiligte (Auswahl)

Treuhänderischer Bauherr im Auftrag des Landkreises Börde
Sachsen-Anhaltinische Landesentwicklungsgesellschaft mbH SALEG, Magdeburg
Architekten
Leistungsphase 2 bis 4 Carpus+Partner AG, Aachen ab Leistungsphase 5 Kirchner + Przyborowski Architekten BDA, Magdeburg/Burg
Tragwerksplanung
A.R.T. Axel Rolfs Tragwerksplanung, Magdeburg
Haustechnik
Ingenieurbüro Hanusch, Oschersleben mit Unterstützung durch die ITG Planungs- und Energieberatungs GmbH, Magdeburg
Freianlagen
Ingenieurgesellschaft Pabsch & Partner mbH, Magdeburg
Projektsteuerer bis Leistungsphase 4/ Fachliche Projektkoordination ab Leistungshase 5
Dipl.-Ing. (FH) Marco Krüger, Sachsen-Anhaltinische Landesentwicklungsgesellschaft mbH SALEG, Magdeburg
Richtfest
14. September 2016