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Smart Country Convention 2026: Rückblick

Ob Kommunen in Sachsen-Anhalt die digitale Transformation aktiv gestalten, entscheidet sich an drei Fragen: Wie strategisch nutzen sie ihre Daten? Wie verankern sie KI in der Verwaltung? Und wie gut arbeiten sie interkommunal zusammen? Ein Rückblick nach zwei Tagen auf der Smart Country Convention (SCCON) 2026 in Berlin.

Ein Überblick

Digitalisierung in der Stadtentwicklung scheitert selten an fehlender Technologie. Sie scheitert an fehlender Befähigung, an isolierten Einzellösungen und an Abhängigkeiten, die sich erst im Betrieb zeigen. Entscheidend ist, ob aus vielen Einzelprojekten ein tragfähiges Datenökosystem entsteht.

Im Auftrag der SALEG und der Landesinitiative Smart City/ Smart Region Sachsen-Anhalt haben wir die Smart Country Convention (SCCON) 2026 am 13. und 14. Oktober in Berlin besucht. Die Befunde verweisen auf konkrete Anknüpfungspunkte im Land: auf HAL-Plan in Halle (Saale), auf den Proof of Concept „Planungsdaten auf Knopfdruck“ und auf die Umsetzung von XPlanung. 

Nicht die einzelne KI-Anwendung bringt das Land voran, sondern das Zusammenspiel aus Datenstandards, Kompetenzaufbau und interkommunaler Nachnutzung.

KI-Einführung ist Change Management

Bei der Auszeichnung der digitalsten Großstädte auf der Plaza Stage stand nicht die Technologie im Vordergrund, sondern der Kompetenzaufbau. München setzt auf eine flächendeckende Befähigungsoffensive. Alle Beschäftigten sollen die Einsatzszenarien von KI-Assistenten kennen, Effizienzpotenziale im eigenen Aufgabenbereich erkennen und die Nutzungsregeln sicher anwenden.

Kompetenzaufbau ist seit Februar 2025 ohnehin Pflicht: Art. 4 der europäischen KI-Verordnung verlangt ihn von allen Organisationen, die KI einsetzen. Akzeptanz war zudem ein Querschnittsthema vieler Sessions. Vorbehalte gegenüber KI bestehen in den Verwaltungen ebenso wie in der Stadtgesellschaft und müssen ernst genommen werden.

Erfolgreiche Einführungen folgen einem strukturierten Phasenmodell mit klarer Governance und begleitendem Change Management. Ebenso entscheidend ist die Mitarbeiterzufriedenheit. Ohne die Beschäftigten bleibt jede KI-Strategie wirkungslos.

Interkommunale Zusammenarbeit ist Infrastruktur

Auf dem Podium wurde ein strukturelles Defizit klar benannt: Kommunen entwickeln digitale Lösungen zu oft in Eigenregie. Zentrale Bundeslösungen für alle hielten die Beteiligten für unrealistisch. Die föderale Struktur bremst die Skalierung, und für eine flächendeckende Digitalisierung fehlen die Haushaltsmittel. Gezielt eingesetzte KI kann diese Lücke teilweise schließen, wenn sie eine Brücke zwischen zentralen Lösungen, Ländern und Kommunen schlägt.

Standardlösungen greifen dabei zu kurz. Kommunen unterscheiden sich in Größe, Demografie und Verwaltungsprozessen. Die Stadt Magdeburg stellte deshalb einen Proof of Concept ausdrücklich zur Nachnutzung durch Kommunen mit vergleichbaren Strukturen vor.

Der sachsen-anhaltische Maßstab

Nicht die Frage „Welche Lösung ist die beste?“ führt weiter, sondern: Welche Kommune arbeitet mit vergleichbaren Strukturen und Prozessen, und was lässt sich von ihr übernehmen?

Großstädte können als Vorreiter skalierbare Lösungen entwickeln, die kleinere Kommunen übernehmen. HAL-Plan, der Urbane Digitale Zwilling der Stadt Halle (Saale), steht in Sachsen-Anhalt für diesen Ansatz. München, Augsburg und Nürnberg zeigen, wie Wissenstransfer mit Partnerschaften und Austausch statt Standortkonkurrenz funktioniert.

Der Bebauungsplan wird zum Datensatz

Im Panel „Bauen ohne Medienbruch“ mit Max Rudolph (Form Follows You) stand HAL-Plan im Mittelpunkt, der Digitale Zwilling der Stadt Halle (Saale). Deutlich wurde, was die Verbindung mit XPlanung so wertvoll machen kann: Der Bebauungsplan liegt dann nicht mehr als Rasterplan vor, sondern als objektorientierter, semantisch strukturierter Datensatz. Im Digitalen Zwilling entstehen daraus neue Anwendungen: die digitale Beteiligung der Fachämter und Träger öffentlicher Belange von Denkmalschutz bis Verkehr, 3D-Visualisierungen und KI-gestützte, nutzerfreundliche Oberflächen. Hier setzt der Proof of Concept „Planungsdaten auf Knopfdruck“ an. SALEG-Geschäftsführer Dr. Mario Kremling stellte ihn gemeinsam mit Dr. Alanus von Radecki vom DKSR am Stand des Ministeriums für Infrastruktur und Digitales Sachsen-Anhalt vor. Ziel ist die niedrigschwellige Bereitstellung von Planungsdaten für Kommunen, damit Analysen und Handlungsempfehlungen etwa für Integrierte Stadtentwicklungskonzepte (ISEK) mit geringerem Aufwand entstehen.

Digitale Souveränität ist eine strategische Entscheidung

Auffällig war ein Missverhältnis zwischen Angebot und Reflexion. Zahlreiche Aussteller präsentierten „die“ passende KI-Lösung für ein Verwaltungsproblem, und Datensouveränität fiel häufig als Schlagwort. Die Herstellerabhängigkeit, die Verwaltungen mit proprietären Lösungen eingehen, kam dagegen zu kurz.

Einen Gegenentwurf liefert die Stadt Wien. Sie entwickelt ihr BIM-basiertes Baubewilligungsverfahren auf Basis offener Standards selbst, ohne Bindung an Hersteller oder Software. Die Prüfung erfolgt regelbasiert und automatisiert, jede Entscheidung über eine Bewilligung bleibt transparent und nachvollziehbar.

Souveränität entscheidet sich in der Vergabe.

Offene Standards, offene Schnittstellen und Exit-Optionen gehören in jede Beschaffung. Wer sie erst im Betrieb einfordert, kommt zu spät.

Auf die Frage nach ihren Erwartungen nannten die Podiumsgäste das Potenzial digitaler Technologien und einen klaren Anspruch: Digitalisierung mit Sinn für die Menschen. An diesem Maßstab richten SALEG und Landesinitiative ihre Arbeit aus, um das Land voranzubringen.

4. NEB_MEETS PARTIZIPATIV – Denksalon beim Treffen aller NEB_PROJEKTE

Durch das gemeinsame Wissen aller Beteiligten sollen neue Ideen und Lösungsansätze entstehen! Das war Zweck und Ziel des am 25. September 2026 im Rahmen des 4. NEB_MEETS PARTIZIPATIV eröffneten „Denksalons“ am Rande des OSTEN-Festivals in Bitterfeld-Wolfen. Aus den NEB_PROJEKTEN Sachsen-Anhalts waren rund 50 Vertreterinnen und Vertreter in das Mehrgenerationenhaus in Wolfen-Nord gekommen. Im Gepäck: ihre Erfahrungen bei der Umsetzung ihrer Ideen und eine große Portion Neugier verbunden mit der Frage „Wer steckt hinter den anderen Projekten im Land, wo gibt es ähnliche Herausforderungen, wo lassen sich Kräfte bündeln?“ Kurze Impulsvorträge zu den zentralen Themen „Aktivierung“ und „Verstetigung“ gaben die Denkanstöße für die sich anschließenden kleineren Gesprächsrunden. Hier wurde intensiv nachgefragt und nachgebohrt, debattiert und disputiert, am Ende die Essenzen zusammengetragen.Ein guter Tag für Wissensgewinn, Bestätigung und Ermutigung im NEB_NETZWERK Sachsen-Anhalt.

Die „Aktivierung“ stand im Mittelpunkt der ersten vier Impulse. Hier sprachen OSTEN-Festival-Kurator Martin Naundorf zu „Begeisterung wecken“, die Bauhaus Agentin vom Reallabor ZEKIWA Zeitz Isabell Wiehmert zu „Kinder und Jugendliche erreichen“, die Soziologin Isabel Müller vom Zentrum für Sozialforschung e. V. Halle (Saale) zu „Bevölkerung auf dem Land gewinnen“ im Zusammenhang mit dem NEB_PROJEKT LandKiez Thondorf sowie Prof. Nicole Uhrig von der Hochschule Anhalt zu „Co-Kreation initiieren und gemeinsam umsetzen“ mit Blick auf die NEB_PROJEKTE in Kleinpaschleben sowie Lutherstadt Eisleben. Die Teilnehmenden waren aufgefordert, sich danach für eines dieser vier Themen zu entscheiden und gemeinsam mit den Impulsgebern und moderiert durch das NEB_NETZWERKBÜRO in kleineren Zusammenkünften die Denkanstöße zu vertiefen.

Die Austausche in den Gruppen waren intensiv. Zur Auswertung kamen alle wieder zusammen und die Ergebnisse wurden vorgestellt. Hier einige der gemeinsamen Erkenntnisse aus Runde eins: Damit „Aktivierung“ funktioniert, darin waren sich alle einig, sollte das Projekt aus sich selbst heraus entstanden und nicht installiert worden sein: Bottom-up statt Top-down!Kooperationen mit bestehenden Institutionen vor Ort erweisen sich als wertvolle Grundlage für neue Impulse. Erwartungen wollen erfüllt, Ziele erreicht werden: Hier ist eine genaue Zielformulierung von ebenso großer Bedeutung wie das genaue Zuhören, um Impulse aufzugreifen. „Aufsuchende Formate“, also der direkte und Vertrauen bildende Kontakt wie etwa bei der Dorfbefragung beim LandKiez in Thondorf wurden als ein zentrales Momentum bei der Aktivierung herausgefiltert. Aber nicht weniger wichtig: der Spaß, die Freude und das „pure Glück“ des Erlebens von SELBSTWIRKSAMKEIT, bei dem der Einzelne – und insbesondere Kinder und Jugendliche jenseits von TikTok und Insta – etwas mit eigenen Händen schaffen, sich bei Kunst- und Kulturprojekten einbringen und mit Stolz ein sichtbares Ergebnis präsentieren kann.

Um das große Thema der „Verstetigung“ rankten sich die Impulse im zweiten Teil des Tages. Im Fokus die Frage: Wie hält man eine Initiative am Laufen, wenn der erste Enthusiasmus verflogen, die Förderung ausgelaufen, die Mitgliedschaft überaltert ist? Hierzu sprachen Johanna Voll, Projektleiterin der LEHM_BAU_KULTUR“ bei Schwemme e. V. zu „weitermachen“ sowie Burkhard Schmitt, Vorstandsvorsitzender und Direktor der Fürst-Otto-Victor-Stiftung Droyßig zum „Kulturvilla“-Projekt zu „fest verorten“. Andreas Witt vom Magdeburger Sanierungsverein Ravelin 2 hatte seine Präsentation zu „verjüngern“ geschickt.

Erkenntnisse hier: Wer an Traditionen im Ort und damit an schon bestehende Netzwerke anknüpft, findet zuverlässig jene wertvollen Multiplikatoren, die Verständnis und Toleranz für das Projekt verstärken und seinen Wert für die Gemeinschaft ideell und im besten Fall auch materiell mittragen. Die alte Weisheit: Nach der Förderung ist vor der Förderung zielt auf eine langfristige Sicht der Verankerung etwa in einer Vereinsstruktur. Aber Ehrenamt kann nicht alles schultern. Gezielt und frühzeitig nach finanziellen Absicherungen zu suchen, ist ein wichtiger, ein lebenserhaltender Aspekt. Gleichzeitig gilt es, sich vor kommerziellen Vereinnahmungen zu schützen. Davon berichtete Johanna Voll im Zusammenhang der nunmehr gut sichtbar voranschreitenden Sanierung des Schwemme-Gebäudes. Spannend war der Vorschlag, Projekte über gemeinsame Nutzungen vor Ort zu verstetigen, wie etwa über ein geplantes Energy Sharing im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung wie in Droyßig, von der Burkhard Schmitt berichtete. Die KOLLEKTIVE WIRKSAMKEIT stand jedenfalls im Zentrum der zweiten Zusammenfassung als wichtige Erfahrung bei der Verstetigung im Raum. Und das ist wohl auch das Rezept des Sanierungsvereins Ravelin 2, bei dem man in familiärer Atmosphäre gemeinsames Tun erleben, aber zugleich als inzwischen fester Bestandteil der Magdeburger Kulturlandschaft Erfolge feiern kann. Ganz ähnlich beim OSTEN, dem Festival für Kunst und gegenseitiges Interesse, zu dem die „Salondenker“ im Anschluss pilgerten. Der Jugendclub 83 e. V. präsentierte „Zwischen Platte und Perspektive“ seinen Stadtteil Wolfen-Nord, lud zur Popcorn-Orakel-Perfomance und einem Familien-Spektakel ein.

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Dritter interkommunaler Fachworkshop in Halle (Saale): Planungsdaten auf Knopfdruck – vom Pilotprojekt zur kooperativen Dateninfrastruktur

Wie gelangen Kommunen schneller von der Datensuche zur fundierten Planung? Diese Frage war ein wichtiger Ausgangspunkt des 3. Interkommunalen Fachworkshops der Landesinitiative Smart City / Smart Region am 29. September in den SaltLabs Halle (Saale) – aber sie war längst nicht die einzige. Das Kompetenzzentrum Stadtumbau hat ihn gemeinsam mit dem Ministerium für Infrastruktur und Digitales ausgerichtet und mit der Unterstützung von Dorothee Maniere von City&Bits und Dr. Marco Brunzel umgesetzt. Der Titel lautete „Kooperative Dateninfrastrukturen – vom Pilotprojekt zum interoperablen Datenökosystem“. Auf dem Programm standen eine technische Werkstatt zu unserem Pilotprojekt, ein Impuls der Stadt Halle (Saale) zum Digitalen Zwilling und eine gemeinsame Werkstatt zur Dateninfrastruktur im Land. 

Technische Werkstatt: der Proof of Concept „Planungsdaten auf Knopfdruck“ 

Den Ausgangspunkt des Pilotprojekts kennen viele Kommunen aus eigener Erfahrung. Wer Mittel aus der Städtebauförderung beantragen will, braucht ein Integriertes Stadtentwicklungskonzept (ISEK) und damit eine breite Datengrundlage. Viele dieser Daten sind zwar digital, aber über verschiedene Stellen und Fachämter verstreut und in unterschiedlichen Formaten abgelegt. Deshalb kostet schon die Beschaffung viel Zeit, bevor die eigentliche Planung beginnen kann. Und bei jeder Fortschreibung beginnt die Suche von vorne… 

Hier setzt der Proof of Concept (PoC) an, den wir gemeinsam mit dem Datenkompetenzzentrum für Städte und Regionen (DKSR) erproben. Jonas Merbeth (DKSR) stellte ihn vor: Der PoC baut keinen weiteren zentralen Datenspeicher auf. Stattdessen erschließt er vorhandene Open Data und zugangsbeschränkte Daten über Schnittstellen und stellt sie für kommunale Planungsprozesse bereit. Das Ziel: Planungsgrundlagen sollen nicht mehr für jedes Konzept neu zusammengetragen werden. Sie sollen aktuell, visuell verständlich und auf Abruf bereitstehen. 

In den ersten beiden Anwendungsfällen haben wir exemplarisch gearbeitet und stellten den aktuellen Arbeitsstand vor: Ein Bevölkerungsdashboard bündelt GENESIS-Daten für alle Landkreise, inklusive Wanderungssalden und Altersstrukturen. Eine Erreichbarkeitsanalyse zeigt, wie gut Schulen zu Fuß, mit dem Rad oder dem Auto in 10, 20 und 30 Minuten erreichbar sind. So werden unterversorgte Gebiete sichtbar. Die Software bindet Daten über Schnittstellen an und visualisiert sie nahezu ohne thematische Grenzen. Als Nächstes folgt ein Anwendungsfall zu Klima und Umwelt. Zwei weitere sind bewusst offen: Sie sollen aus den Fragen der Kommunen entstehen. Welche Auswertungen im Planungsalltag wirklich helfen, finden wir am besten gemeinsam heraus. Nehmen Sie gerne mit uns Kontakt auf: kompetenzzentrum@saleg-service.de. 

Fragen und Anregungen aus der Werkstatt 

Im Anschluss diskutierten die Teilnehmenden, wo der PoC im Verwaltungsalltag unterstützen kann, welche Voraussetzungen nötig sind und was nach der Pilotphase offen ist. 

  • Den größten Nutzen hat die Plattform dort, wo Kommunen regelmäßig berichten müssen. Eine Bedarfsanalyse soll klären, welche Berichte und Konzepte welche Daten brauchen, angefangen beim ISEK.
  • Auch die kommunale Wirtschaftsförderung kann die Daten nutzen, zum Beispiel für kurze, datengestützte Standortprofile. 
  • Wie aktuell die Daten sind, unterscheidet sich stark zwischen Fachämtern, Kommunen und Landkreisen. Neue Bewertungspflichten nach § 36a BauGB machen fehlende Daten besonders spürbar. 
  • Datenplattform und kommunales GIS ersetzen sich nicht. Sie ergänzen sich. 
  • Gerade kleinere Kommunen brauchen Arbeitsteilung, etwa mit Landkreisen, Hochschulen oder interkommunalen Partnern.  
  • Offen ist, wie der Betrieb nach der Pilotphase finanziert wird und wie ein Preismodell aussehen kann. Als Vision wurde ein „Spotify für Stadtplanung“ diskutiert: Kommunen hätten so gemeinsam und im Abo-Modell Zugriff auf Daten und Anwendungen. 

Impuls: HAL-Plan – Digitaler Zwilling für Planung und Beteiligung 

Andreas Blümner, Leiter des Teams Innovationsförderung der Stadt Halle (Saale), und Max Rudolph, Gründer der Follows You GmbH, stellten HAL-Plan vor. Das Planungswerkzeug zeigt städtische Projekte, Daten und Entwicklungen georeferenziert in 3D. Über eine Kommentarfunktion ist Beteiligung direkt im Modell möglich. Ihre Kernaussage: Visualisierung ersetzt keine Beteiligung, sie schafft aber eine gemeinsame Grundlage, um sich zu verständigen. Nachhaltig nutzbar ist ein Digitaler Zwilling nur, wenn die Kommune Daten, Schnittstellen und Betrieb langfristig selbst bestimmt. In HAL-Plan stecken fünf Jahre Entwicklung.  

Werkstatt: Kooperative Dateninfrastruktur in Sachsen-Anhalt 

Im zweiten Teil zeichneten die Teilnehmenden gemeinsam ein Gesamtbild der Dateninfrastruktur im Land. An einer Pinnwand sammelten sie vorhandene Bausteine, offene Themen und Anmerkungen. Zu den Bausteinen zählen die Geodateninfrastruktur, das Liegenschaftskataster, das Datenportal, das Beteiligungsportal Sachsen-Anhalt und HAL-Plan. Offene Themen gibt es reichlich. Für Bebauungspläne fehlt oft eine digitale Vorgangssteuerung, und viele Stellungnahmen kommen noch per E-Mail. Datenqualität, Kompetenzen und eine Inventur der vorhandenen Bestände brauchen mehr Aufmerksamkeit. Ein Wunsch zog sich durch den ganzen Austausch: Datenquellen gemeinsam sammeln. 

Schnell wurde es konkret: Eine Gemeinde möchte sehen, welche Windenergieflächen aus der Regionalplanung bereits genutzt werden. Dafür braucht es maschinenlesbare Landes- und Regionalpläne im Standard XPlanung. Bei Baustellen im Straßenraum fehlt oft der Überblick, wann welche Maßnahme ansteht. Eine Idee: das OZG-Breitbandportal zu einem Tiefbauportal ausbauen. Weitere Themen waren die Denkmalinventarisierung, maschinenlesbares Sanierungsrecht und Grundstücksauskünfte direkt aus vorhandenen Daten. Halle (Saale) stellt seine Gewerbeflächen bereits über das GIS bereit und will Bodenrichtwerte ergänzen. Auch zu HAL-Plan gab es Anregungen: Baurecht visualisieren, Planung für viele Zielgruppen anschaulich machen und alle Mitarbeitenden ausprobieren lassen. Denn eine Frage beschäftigt viele Verwaltungen: Wie überzeugt man das eigene Team von neuen Werkzeugen? 

Feedback, Lessons Learned und Ausblick 

Viele Teilnehmende nahmen mit, dass andere Kommunen an denselben Fragen arbeiten. Kritisch angemerkt wurde, dass grundlegende Basisdaten vielerorts noch fehlen. Das DKSR hielt dagegen: Oft reichen schon wenige Daten, um Zusammenhänge sichtbar zu machen. Für viele Fragestellungen gibt es zudem bereits erprobte Lösungen. Ein weiterer Punkt: Ein Stadtentwicklungskonzept umfasst schnell 200 Seiten oder mehr. Gute Visualisierungen helfen, daraus eine verständliche Geschichte zu machen, Entscheidungen vorzubereiten und innovative Handlungsempfehlungen abzuleiten.  
Der Workshop hat erneut gezeigt, wie wichtig der interkommunale Austausch im Themenfeld Smart City / Smart Region ist: Kommunen bringen unterschiedliche Kenntnisstände, Erfahrungen und laufende Vorhaben mit. Gerade deshalb können sie voneinander lernen, praxistaugliche Lösungen gemeinsam weiterentwickeln und vorhandenes Wissen besser nachnutzen. Genau deshalb soll dieser Prozess über das Kompetenzzentrum fortgesetzt werden. 

Weiter geht es am 8. Oktober 2026 ab 12:00 Uhr mit der 25. Städtenetzkonferenz im Gesellschaftshaus Magdeburg. Auch dort ist „Planungsdaten auf Knopfdruck“ Thema. Wir laden Sie herzlich dazu ein.  

Einladung zur 25. Städtenetzkonferenz

Die Städtebauförderung bleibt ein zentrales Instrument der Stadtentwicklung. Die Rahmenbedingungen verändern sich jedoch spürbar: Fördervolumen verschieben sich, Antrags- und Nachweisverfahren binden Personal, digitale Planungsgrundlagen fehlen vielerorts. Wie wirkt die Förderung im bundesweiten Vergleich? Mit welchen digitalen Innovationen erleichtert Sachsen-Anhalt den Kommunen den Zugang? Und was brauchen Städte und Gemeinden, damit digitale Planungsgrundlagen ihre Handlungsfähigkeit tatsächlich stärken.

Diesen Fragen widmet sich unter dem Titel: „Städtebauförderung im Wirkungsfeld von Fördervolumen, digitaler Innovation und kommunaler Handlungsfähigkeit.“

die 25. Städtenetzkonferenz des Kompetenzzentrum Stadtumbau Sachsen-Anhalt.

Die Konferenz führt drei Perspektiven zusammen. Den Auftakt bildet die bundesweite Ausgangslage mit der Wirkung der Städtebauförderung im Ländervergleich und den Rückmeldungen der Kommunen zu Digitalisierung, Verwaltungsaufwand und ISEK-Standards. Im Zentrum steht anschließend Sachsen-Anhalt: der Status quo der Förderung im Land, die Digitalisierungsstrategie des Ministeriums für Infrastruktur und Digitales sowie der Ansatz, Planungsdaten für das ISEK auf Knopfdruck bereitzustellen. Den Abschluss bilden Erfahrungen aus der kommunalen Praxis. Harzgerode und Naumburg (Saale) zeigen als Mut machende Beispiele, was sich mit kreativen Ideen und der Städtebauförderung erreichen lässt.

Die Veranstaltung findet am 8. Oktober 2026 ab 12:00 Uhr im Gesellschaftshaus der Landeshauptstadt Magdeburg, Schönebecker Straße 129, 39104 Magdeburg statt.

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Sicherung des Fachwerkhauses Westendorf 38 in Halberstadt

Was einst als eines der stadtbildprägenden Häuser der Halberstädter Innenstadt galt, drohte über Jahre zu verfallen: das Fachwerkhaus Westendorf 38 aus dem 19. Jahrhundert – das älteste Fachwerkhaus der Stadt. Im Fördergebiet Nordring-Innenstadt wird das denkmalgeschützte Gebäude mit seinem markanten Walmdach nun Schritt für Schritt gesichert. Ziel ist es, die noch erhaltene historische Bausubstanz dauerhaft zu bewahren und damit die Grundlage für einen späteren Innenausbau zu schaffen. Die Gesamtkosten des Vorhabens belaufen sich auf rund 2,57 Millionen Euro.

Bereits 2022 wurde das Haus vermessen, dokumentiert und historisch untersucht. Ein Jahr später konnten die südliche Fachwerkfassade und beide Giebelwände als erhaltenswerte Substanz gesichert werden. Nicht erhaltungsfähige Bauteile wie Dachtragwerk, Geschossdecken und Schornsteine wurden zurückgebaut. Als Bauherrin des Projekts betreut die SALEG mbH die Sicherungsmaßnahmen vor Ort. Nach einer europaweiten Ausschreibung 2024 folgte 2025 die finale Entwurfsplanung in enger Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde – mit dem Ziel, Wände, Decken, Dach, Treppe und Fenster fachgerecht zu erhalten.

Was soll dabei herauskommen? – Ein Gebäude, das der Halberstädter Innenstadt ein Stück Geschichte zurückgibt:

  • Die historische Fachwerkfassade und die Giebelwände bleiben dem Ortsbild dauerhaft erhalten.
  • Halberstadt bewahrt sich mit dem Haus ein prägendes Zeugnis seiner Baugeschichte.
  • Die Sicherung im Rohbauzustand ebnet den Weg für einen späteren Innenausbau und eine neue Nutzung.
  • Anwohnerinnen und Anwohner sowie Besucherinnen und Besucher gewinnen langfristig ein saniertes, lebendiges Ortsbild zurück.

Seit dem 20. Juli wird nun der Witterungsschutz zurückgebaut, der Baubeginn ist zwischen August und September 2026 geplant. Bis das Fachwerkhaus vollständig gesichert ist, liegt noch ein Stück Weg vor allen Beteiligten – doch für dieses besondere Stück Halberstadt lohnt sich jede Anstrengung.

Ein Park, der Region schafft - rund 1,2 Millionen Euro EU-Förderung für den Merseburger Südpark

Bei sommerlichem Wetter wurden am vergangenen Mittwoch, dem 15. Juli 2026 im Südpark Merseburg gleich drei LEADER / CLLD-Fördermittelbescheide übergeben. Oberbürgermeister Sebastian Müller-Bahr, Vertreterinnen und Vertreter der Stadt Merseburg, sowie das Management der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Saale-Elster-Geiseltalsee (durchgeführt durch die SALEG Sachsen-Anhaltische Landesentwicklungsgesellschaft mbH) kamen dafür im beliebtesten Naherholungsgebiet der Stadt zusammen.

Die drei Vorhaben sind Bestandteil des „Masterplan: Südpark" und greifen inhaltlich ineinander. Gemeinsam umfassen sie ein Gesamtbudget von rund 1,5 Mio. Euro, davon entfallen ca. 1,2 Mio. Euro auf die EU-Förderung aus dem LEADER/CLLD-Programm des Landes Sachsen-Anhalt.

Wildtierhaus, Luchsgehege und Infrastruktur – Der Südpark beherbergt seit 1978 den einzigen Heimattierpark der Region mit rund 300 Tieren in 59 Arten; der Eintritt ist frei. Mit dem größten der drei Projekte werden die Anlagen modernisiert und ausgebaut. Ziel ist eine artgerechtere Tierhaltung, bessere Arbeitsbedingungen für die Mitarbeitenden und ein attraktiveres Besuchserlebnis.

3 Gärten und Spielplatzaufwertung – Die Themengärten und der Spielplatz werden aufgewertet und um neue Angebote ergänzt. Gefördert werden damit körperliche Aktivität und Naturerlebnis ebenso wie die spielerische Auseinandersetzung mit Klang und Bewegung.

Veranstaltungsorte: Freilichtbühne und Grünes Klassenzimmer – Die Freilichtbühne wird saniert, das Grüne Klassenzimmer in das bestehende Sozialgebäude integriert und mit digitaler Tafel, Tablets und Mobiliar ausgestattet. Damit entstehen neue Bildungs- und Kulturangebote, die das Miteinander stärken und die Aufenthaltsqualität im Park steigern.

Mit dem Abschluss der Maßnahmen bis Ende 2027 erhält der Südpark ein deutlich erweitertes und attraktives Angebot – für Familien, Schulklassen und alle, die hier Erholung suchen.

Neugestaltung der Grünanlage „Burgblick“ in Eckartsberga

Was lange Zeit als wenig ansehnliche Ecke im historischen Ortskern von Eckartberga galt, ist heute ein einladender Treffpunkt mit besonderem Ausblick: In Eckartsberga ist die neue Grünanlage „Burgblick" mit freiem Blick auf die Eckartsburg entstanden. Möglich wurde die Umgestaltung durch Mittel der Städtebauförderung aus dem Programm Kleinere Städte und Gemeinden. Die Gesamtkosten des Vorhabens belaufen sich auf 237.816,81 Euro.

Auf rund 400 Quadratmetern wurde die Fläche grundhaft neu gestaltet. Zunächst galt es, die baulichen Voraussetzungen zu schaffen: Höhenunterschiede wurden ausgeglichen, entlang des Gehweges an der B 87 entstand eine Bruchsteinmauer und der Bereich wurde durch Zaunanlagen gesichert. Auch eine angrenzende Giebelwand wurde saniert. Herzstück der Anlage ist eine Ruhezone mit Bänken und einer von Kletterrosen umrankten Pergola. Für einen besonderen Blickfang sorgt ein rund 1,6 Tonnen schwerer Findling, aus dem Wasser sprudelt.

Was ist dabei herausgekommen? – Ein multifunktionaler Treffpunkt, der den unterschiedlichen Ansprüchen von Einwohnerinnen und Gästen vor Ort gerecht wird:

  • Die neue Ruhezone lädt mit Bänken, Pergola und sprudelndem Findling zum Verweilen ein – mit freiem Blick auf die Eckartsburg.
  • Die benachbarte Tagespflege der Diakonie Naumburg-Zeitz und ihre Gäste profitieren von einem attraktiven Aufenthaltsort im Freien direkt vor der Tür.
  • Mit wachsendem Baumbestand wird der Platz künftig weiter an Aufenthaltsqualität gewinnen.

Feierlich übergeben wurde die Anlage im Rahmen des ersten Straßenfestes vor Ort: Kinder der evangelischen Kita „Sterntaler" durchschnitten gemeinsam mit Bürgermeisterin Marlis Vogel das Band und gaben den neuen Treffpunkt offiziell frei.

Gut gemacht!

Auf Kurs für ein blühendes Welterbe: Aktueller Stand und Meilensteine der Landesgartenschau Wittenberg 2028

Als Projektsteuerer der Sachsen-Anhaltischen Landesentwicklungsgesellschaft mbH (SALEG) begleiten wir die Lutherstadt Wittenberg auf dem spannenden Weg zur Landesgartenschau. Nachdem die Landesregierung Ende 2025 der strategischen Verschiebung von 2027 auf das Jahr 2028 zugestimmt hat, die aufgrund von ‚Planungsherausforderungen auf dem Hauptausstellungsgelände‘ für eine verlässliche Durchführung erforderlich geworden war, nutzen wir den gewonnenen Planungsspielraum nun für eine noch sorgfältigere und nachhaltigere Umsetzung der Baumaßnahmen. Unter dem Leitmotiv „Gartenschau im Welterbe“ greifen die städtebaulichen und landschaftsarchitektonischen Entwicklungsschritte nun spürbar ineinander. Im Folgenden geben wir Ihnen ein Update über den aktuellen Ist-Zustand der Flächen und die wichtigsten Meilensteine unserer gemeinsamen Projektsteuerung.

Der Ist-Zustand auf den zukünftigen Ausstellungsflächen ist im Frühsommer 2026 durch einen sichtbaren baulichen Wandel geprägt. Bereits im Februar wurden die notwendigen vorbereitenden Fäll- und Gehölzarbeiten unter strenger Einhaltung des Artenschutzes fristgerecht abgeschlossen. Diese bildeten die Voraussetzung für die nun anlaufenden, tiefgreifenden Umgestaltungen. Ein zentrales Herzstück ist das Hauptausstellungsgelände an der „Kuhlache“. Diese ehemals stark betonversiegelte Fläche wird aktuell im großen Stil entsiegelt und von Altlasten befreit. Hier entsteht der neue, naturnahe „Uferpark“, der die Innenstadt wieder attraktiv an das Wasser anbinden wird. Auch an der künftigen „Speckebachpromenade“ haben die Arbeiten längst begonnen: Wildwuchs wurde fachgerecht beseitigt, um Platz für eine durchgängige, barrierefreie und mit heimischen, resilienten Baumarten bepflanzte Wegeverbindung zwischen dem Hauptbahnhof und dem Elbufer zu schaffen. Parallel erfolgen im Arthur-Lambert-Stadion bauliche Anpassungen für neue Multifunktionsspielfelder.

Ein besonderer Fokus unserer Arbeit liegt auf der Einbindung der Bürgerinnen und Bürger, die sich bereits als voller Erfolg erweist. In der Kleingartenanlage „Am Stadtgraben“, die aktuell zu einem modernen Kleingartenpark weiterentwickelt wird, liefen im Mai 2026 sehr erfolgreich die sogenannten Mitmachbaustellen. Hier packen engagierte Wittenbergerinnen und Wittenberger vor Ort an, um Naturgärten, Blühflächen und Aufenthaltsbereiche partnerschaftlich zu realisieren. Gleichzeitig laufen die infrastrukturellen Kernmaßnahmen der Stadt auf Hochtouren. Dank zugesicherter Fördermittel, über die auf der offiziellen Webseite der Stadt Wittenberg zu Förderprojekten transparent informiert wird, treiben wir wichtige Zukunftsthemen wie den Hochwasser- und Starkregenschutz voran. Für zentrale Projekte im Bereich des Landesprogramms „KLIMA III“ fließen rund 2,84 Millionen Euro. Zudem wird der Ersatzneubau der Ufersicherung (sogenannte „Dammlage“) im künftigen Parkpromenaden-Bereich mit EU-Mitteln in Höhe von 1,6 Millionen Euro kofinanziert.

Mit Blick auf die kommenden Monate und Jahre zeichnen sich für uns und alle Projektbeteiligten klare Meilensteine ab. Nach dem strategischen Beschluss zur Verschiebung (Dezember 2025) und dem Abschluss der Baufeldfreimachung (Februar 2026) markiert das Jahr 2026 die intensive Phase der Bodenaufbereitung, Flächenentsiegelung und aktiven Bürgerbeteiligung. In den Jahren 2026 und 2027 werden die barrierefreien Infrastrukturen – darunter die Aufwertung des Elberadwegs und die Anlage der aufwendigen Themengärten im Uferpark – baulich vollendet und umfassend bepflanzt. Zudem läuft seit Jahresbeginn 2026 ein Projekt zur gezielten Vernetzung der Marke „Martin Luther“ mit der LAGA, um kulturelle Synergieeffekte zu schaffen. Der wichtigste Meilenstein bleibt jedoch das Zielkreuz unserer Projektsteuerung: Am 13. April 2028 wird die Landesgartenschau Wittenberg feierlich ihre Tore öffnen und Gästen bis zum 31. Oktober 2028 ein inklusives, generationenübergreifendes und nachhaltiges Erlebnis bieten.

Sachsen-Anhalt zeigt, wie Neues Europäisches Bauhaus geht

Das Neue Europäische Bauhaus (NEB) entwickelt sich in Sachsen-Anhalt vom Konzept zur gelebten Realität: hier entstehen Projekte, in denen SCHÖN, NACHHALTIG und GEMEINSAM zusammengedacht werden. Das in der SALEG-Service angesiedelte NEB_NETZWERKBÜRO begleitet diese Vorhaben von der Idee über die Beantragung von Fördermitteln bis in die Umsetzung, im Auftrag der Staatskanzlei des Landes Sachsen-Anhalt. 

Die Bandbreite der Vorhaben reicht vom Transformationsfestival in Bitterfeld-Wolfen über Lehmbau-Bildung in Halle und ein Reallabor für zirkuläres Bauen in Zeitz bis zur Bürger- und Energiepark-Konzeption in der Lutherstadt Eisleben. 

Wann ist ein Projekt ein NEB_PROJEKT? 

Grundlage ist der NEB_KOMPASS der Europäischen Kommission. Ein Vorhaben wird zum NEB_PROJEKT, wenn es drei Werte mit drei Arbeitsprinzipien verbindet: 

  • Werte (das WAS): schön, nachhaltig, gemeinsam. 

  • Arbeitsprinzipien (das WIE): partizipativ, auf mehreren Ebenen vernetzt, transdisziplinär. 

Alle sechs müssen mindestens auf Grundniveau erfüllt sein. In diesem Rahmen werden die NEB_PROJEKTE in Sachsen-Anhalt entwickelt, geprüft und qualifiziert. Wer wissen möchte, wie diese Werte und Prinzipien konkret aussehen und welche Anforderungen dahinterstehen, kann dies im Kompass nachlesen. 

Hier zum NEB_KOMPASS 

Diese Projekte sind schon auf dem Weg 

Die Projekte sind aus zwei Förderaufrufen des Landes Sachsen-Anhalt im Rahmen des „Europäischen Fonds für einen gerechten Übergang" (Just Transition Fund, JTF) hervorgegangen. Der zweite Aufruf setzte den Schwerpunkt gezielt auf die Verbindung von Industriekultur und NEB. 

Die folgenden Projekte haben den vollständigen Förderprozess durchlaufen und sind in Umsetzung bzw. starten in Kürze: 

  • Gesund.Zusammen.Leben in Kleinpaschleben– Familienzentrum Kleinpaschleben (Hochschule Anhalt gemeinsam mit der Gemeinde Osternienburger Land) – bereits erfolgreich abgeschlossen und wird mit Hilfe einer Anschlussförderung umgesetzt 

  • Reallabor ZEKIWA Zeitz– Zukunftsfähige Energieeffiziente Kreislauf-Innovationen für Bauen, Wohnen und Arbeiten (Stadt Zeitz, MLU Halle-Wittenberg, Stiftung Bauhaus Dessau, Hochschule Anhalt, Forum Rathenau und Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle) 

  • Konzeptionelle Erarbeitung eines Bürger- und Energieparks in der Lutherstadt Eisleben (Lutherstadt Eisleben gemeinsam mit der Hochschule Anhalt)  

  • LandKiez Thondorf (Zentrum für Sozialforschung Halle e.V. gemeinsam mit LandKiez e.V.) 

  • LEHM-BAU-KULTUR– Etablierung einer regionalen Lehmbau Fach- und Laienbildungsstätte als Dritter Ort in Halle (Schwemme e.V. gemeinsam mit dem Zentrum für Sozialforschung Halle e.V.) 

  • SALTSA – Zwischen Tradition und Transformation: Kooperatives Konzept für die Saline. Stadt, Salz und Saale verbinden (Stadt Halle/Saale gemeinsam mit Science 2 Public e.V.)  

  • Festival Osten – Ein Ort für die Industriekultur, ein Ort für die Zukunft in Bitterfeld-Wolfen (Kulturpark e.V. OSTEN FESTIVAL gemeinsam mit Verein Jugendclub 83 e.V.) 

  • Zukunftsschmiede Industriekultur: Jugend gestaltet Wandel – ein Projekt zur beruflichen Orientierung im Zeichen von Nachhaltigkeit und Transformation in Wolfen/Bitterfeld (Forum Rathenau e.V. gemeinsam mit dem Bildungszentrum Wolfen-Bitterfeld)  

  • Am Eisernen Band – Dokumentationszentrum (Freunde der Halle-Hettstedter Eisenbahn e.V. gemeinsam mit Kulturerbe Mansfeld – Saaletal V.i.G.) 

  • Heimatforschernetz Burgenlandkreis– gemeinsam industrielle Überlieferung digitalisieren und erschließen (Förderverein DOKMitt e.V. gemeinsam mit dem Landesheimatbund Sachsen-Anhalt e.V.)  

Diese Projekte sind auf dem Sprung 

Diese Projekte sind nach Prüfung durch die Bewilligungsbehörde inhaltlich grundsätzlich förderwürdig und befinden sich aktuell in der weiteren Antragsbearbeitung oder sind bereits teilweise bewilligt: 

  • Informations- und Kompetenzzentrum mit Erlebnispfaden (Hochschule Merseburg, Stadt Mücheln und Hanffaser Geiseltal eG / Deutsche Hanf-Akademie) 

  • Jugend- und Freizeitzentrum Sternentor Hohenmölsen (Stadt Hohenmölsen, Gesellschaft zur Förderung von Medizin-, Bio- und Umwelttechnologien e.V. und Visions e.V.) 

  • Kritzinger Kulturvilla in Droyßig (Fraunhofer-Gesellschaft gemeinsam mit der Fürst-Otto-Victor-Stiftung)  

  • Just Transition Röhrigschacht– Lehrbergwerk und Wissensstandort, modellhafte und nachhaltig innovative Transformation (Stadt Sangerhausen gemeinsam mit dem Verein Mansfelder Bergarbeiter Sangerhausen e.V.) 

  • Werk.Stadt.Wandel – Technik, Teilhabe, Transformation: Industriekultur und Zukunft im Wiegand-Quartier (CO.WQ e.V. gemeinsam mit mohio e.V.) 

  • Drahtseilbahn – Haus der Vereine: Bescherer Maschinenfabrik (Historische Drahtseilbahn Zeitz e.V. gemeinsam mit KunZstoffe e.V.) 

  • Gemeinschaftsamt Halle/Saale (Peißnitzhaus e.V., Kulturbühne Neustadt e.V. und losmachen e.V.) 

  • „Think out of the BOX" – Boxhalle Neumarktviertel Halle/Saale (Wohnunion e.V. gemeinsam mit losmachen e.V.) 

  • Bildungswerkstatt für Naturbaustoffe im Schloss Stolberg – „Naturbauwerkstatt" (Deutsche Stiftung Denkmalschutz gemeinsam mit der Fachwerkstadt Stolberg erleben e.V.) 

  • Plümicke Bibliothek Oberwiederstedt– Erschließung des wissenschaftlichen Erbes des Eisleber Bergrates Carl Friedrich Ludwig Plümicke (ErlebnisWelt Museen e.V. gemeinsam mit dem Landkreis Mansfeld-Südharz)  

Ein Netzwerk, das trägt 

Die hier abgebildete Vielfalt zeigt: NEB in Sachsen-Anhalt ist kein abstraktes EU-Programm, sondern ein Netzwerk aus Kommunen, Vereinen, Hochschulen, Stiftungen, Forschungseinrichtungen und Bürgerinitiativen, die gemeinsam an konkreten Orten Sachsen-Anhalt mitgestalten. Das NEB_NETZWERKBÜRO begleitet diese Akteure als Anlaufstelle, qualifiziert Projektideen und vernetzt #NeueBauhäusler. 

Alle Projekte im Überblick 

Detaillierte Steckbriefe zu den bereits bewilligten Vorhaben und ein interaktiver Einblick in die regionale Verteilung finden sich auf der Projektkarte des NEB_NETZWERKBÜROS: 

Hier zur Projektkarte 

Über die Projektkarte gelangen Interessierte direkt zu den Steckbriefen der einzelnen Vorhaben, zu Ansprechpartnern und zu weiterführenden Informationen. 

Das Neue Europäische Bauhaus in Sachsen-Anhalt: Von Thondorf bis Brüssel

Das NEB_NETZWERKBÜRO (NEB_NWB) Sachsen-Anhalt, angesiedelt in der SALEG Landes- und Kommunalservicegesellschaft mbH, begleitet im Auftrag der Staatskanzlei des Landes Sachsen-Anhalt die Umsetzung des Neuen Europäischen Bauhauses (NEB) vor Ort. Die vergangenen Wochen in 2026 waren geprägt von konkreter Projektarbeit in der Region, aktiver Mitwirkung in europäischen Netzwerken und einer breiten Kommunikationsarbeit – ein Rückblick.

Sachsen-Anhalt in der Fachpresse

Zum Jahresauftakt machte das NEB_PROJEKT Schwemme Halle überregional auf sich aufmerksam: Die hallesche Schwemme war mit einem umfangreichen Beitrag in der Fachzeitschrift Bauwelt vertreten und zeigte, wie nachhaltiges Bauen und gemeinschaftliche Nutzung zusammengedacht werden können.

Bauwende mit Phantasie: LEHM-BAU-KULTUR in der Bauwelt 1/2026

Auftakt LandKiez Thondorf: Gemeinschaft gestaltet Zukunft

Ende Januar fand der Auftakt LandKiez in Thondorf statt – als NEB_ONTOUR, einem Stakeholderformat, das Projektideen, Fachexpertise und Interessierte direkt vor Ort zusammenbringt. In dem ehemaligen Gutshof, der zu einem Ort der Begegnung werden soll, präsentierte das Zentrum für Sozialforschung Halle (ZSH) die Ergebnisse einer Dorfbefragung. Kreativwerkstatt und Hofrundgang sorgten für einen lebendigen Austausch über die Zukunft des LandKiez. Das NEB_NWB begleitete die Veranstaltung umfassend und sorgte für eine breite Vor- und Nachberichterstattung.

NEB_ONTOUR beim „Auftakt LandKiez" in Thondorf

Erfolgreicher Projektabschluss in Kleinpaschleben

Am 13. Februar fand die Abschlussveranstaltung des Projekts „Gesund.Zusammen.Leben. in Kleinpaschleben" statt – ein bedeutender Meilenstein für das Verbundprojekt und seine Partner. Das NEB_NWB begleitete den Abschluss mit Schlussevaluierung und Nachberichterstattung. Das Projekt wird künftig in die Regelförderung überführt und damit unter Einhaltung der NEB_WERTE und _ARBEITSWEISEN weitergeführt.

Von der Schule zu einem Haus für alle

NEB_PRIZES und Förderaufrufe

Im März unterstützte das NEB_NWB die Einreichung von Bewerbungen für den NEB Boost for Small Municipalities und informierte über die NEB_PRIZES 2026 und aktuelle Fördermöglichkeiten. 

NEB_PRIZES 2026 und „NEB Boost für kleine Kommunen" gestartet!

NEB_ONTOUR beim Tag der Industriekultur in Dessau

Am 9. April 2026 wurde in der Bauhausstadt Dessau der 16. Tag der Industriekultur in Sachsen-Anhalt mit Staatsminister Rainer Robra eröffnet. Schauplatz war die wiederentdeckte Kraftmaschinenhalle des Architekten Peter Behrens. Drei NEB_PROJEKTE aus dem zweiten Förderaufruf mit Bezug zur Industriekultur erhielten an diesem Tag ihre Fördermittelbescheide: die Zukunftsschmiede, das OSTEN Festival und SALTSA.

NEB_ONTOUR beim Auftakt für den „Tag der Industriekultur 2026"

Sachsen-Anhalt auf europäischer Ebene in Brüssel

Ein weiterer Höhepunkt war die Konferenz „100 Jahre Bauhaus Dessau und Neues Europäisches Bauhaus: Lokale Perspektiven auf Transformation in Europa" am 15. April 2026 in Brüssel. Die Veranstaltung brachte Akteure aus Politik, Wissenschaft und Kommunen zusammen, um zu diskutieren, wie Regionen heute Wandel gestalten und welche Rolle das Erbe des Bauhauses dabei spielt. Das NEB_NWB war vor Ort und zeigte gemeinsam mit Staatssekretär Dr. Jürgen Ude und dem Reallabor Zekiwa Zeitz anhand konkreter Praxisbeispiele, wie die NEB_WERTE SCHÖN, NACHHALTIG & GEMEINSAM in Sachsen-Anhalt gelebte Wirklichkeit sind.

100 Jahre Bauhaus Dessau und Neues Europäisches Bauhaus 

NEB_ONTOUR SALTSA: Auftakt in Halle

Am 21. April kündigte das NEB_NWB den öffentlichen Beteiligungsprozess zum NEB_PROJEKT SALTSA an: Am 30. April startete im Salinemuseum Halle (Saale) der Kick-off für das Projekt „Zwischen Tradition und Transformation: kooperatives Konzept für die Saline: Stadt, Salz und Saale verbinden". Was für Möglichkeiten gibt es für die Saline in Halle? Diese Frage soll gemeinsam mit der Stadtgesellschaft und vielen weiteren Akteuren in den kommenden Monaten beantwortet werden.

NEB_ONTOUR in Halle (Saale): Kick-off für das NEB_PROJEKT SALTSA

Aktionswerkstatt in Lutherstadt Eisleben

Ebenfalls im April erkundeten Bürgerinnen und Bürger gemeinsam mit den Verbundpartnern des NEB_PROJEKTS „Bürger- und Energiepark" den Stadtpark in Lutherstadt Eisleben. Die Aktionswerkstatt am 17. April brachte die Lutherstadt Eisleben und die Hochschule Anhalt mit der Stadtbevölkerung zusammen und zeigte, wie das Neue Europäische Bauhaus Beteiligung und Gemeinschaft in die Mitte der Stadtentwicklung rückt.

Aktionswerkstatt in Lutherstadt Eisleben: Stadtpark – Gemeinsam die grüne Oase neu entdecken!

Ereignisreicher Ausblick

Das zweite Quartal ist bereits in vollem Gange und es wird ereignisreich. Weitere NEB_PROJEKTE aus dem zweiten Förderaufruf NEB und Industriekultur erhalten ihre Fördermittelbescheide und starten damit offiziell in die Umsetzung. Im Kontext vom NEB_FESTIVAL in Brüssel wird Sachsen-Anhalt erneut auf europäischer Bühne präsent sein und die Arbeit der Landesinitiative in den europäischen Kontext einbringen. Das NEB_NWB bleibt dabei: nah an den Projekten, präsent in den Netzwerken und engagiert für ein schönes, nachhaltiges und gemeinschaftliches Sachsen-Anhalt.

Weitere Informationen zur NEB_INITIATIVE Sachsen-Anhalt finden Sie unter
www.neuebauhaeusler.de.

Synergie statt Monostruktur – So bleiben unsere Zentren zukunftsfähig

ein Rückblick auf die 24. Städtenetzkonferenz in Magdeburg

Die Innenstadt von morgen ist weit mehr als eine reine Einkaufsmeile. Sie ist ein komplexes Ökosystem, in dem Wohnen, Arbeiten, Kultur und Konsum nahtlos ineinandergreifen. Unter dem Titel „Multifunktional. Lebendig. Zukunftsfähig. – Die Innenstadt im Wandel“ fand am 16. April die 24. Städtenetzkonferenz im Gesellschaftshaus Magdeburg statt.

Mit fast 90 Teilnehmenden war die Resonanz beeindruckend – ein deutliches Zeichen dafür, wie brennend die Frage nach der Revitalisierung unserer Stadtzentren ist und wie groß der Bedarf an gemeinsamen Lösungsstrategien bleibt.

Um den Wandel aktiv zu gestalten, haben sich aus den Fachvorträgen und Diskussionsrunden sechs zentrale Handlungsschwerpunkte herauskristallisiert:

  1. Multifunktionalität ist Voraussetzung – entsteht aber nicht von selbst. Sie muss aktiv entwickelt, abgestimmt und sichtbar umgesetzt werden.
  2. Handel bleibt wichtig – aber in veränderter Rolle. Weniger als alleiniger Frequenzbringer, stärker als Erlebnisanker im Nutzungsmix.
  3. Wohnen stabilisiert Innenstädte. Alltag schafft Kontinuität – die oft wertvoller und krisenfester ist als punktuelle Veranstaltungshöhepunkte.
  4. Kultur, Kreativwirtschaft und Zivilgesellschaft wirken aktivierend. Sie beleben Leerstände, schaffen Identität und stärken Netzwerke.
  5. Die Kommune bleibt Schlüsselakteur. Als Koordinator, Möglichmacher und Vertrauensstifter.
  6. Innenstadtentwicklung braucht Austausch und Lernfähigkeit. Gute Beispiele müssen sichtbarer und übertragbarer werden. 

Das Resümee der 24. Städtenetzkonferenz ist eindeutig: Nicht die isolierte Stärkung einzelner Branchen revitalisiert die Mitte, sondern die kluge Vernetzung aller urbanen Lebensbereiche.

Herzlichen Dank an das Ministerium für Infrastruktur und Digitales für die Unterstützung und an alle beteiligten Kommunen für die wertvollen Impulse und den Austausch.

Service für Teilnehmende und Interessierte: Die Fachvorträge und Präsentationen der Konferenz stehen ab sofort unter folgendem Link zum Download bereit: Download der Konferenzunterlagen

Sachsen-Anhalt in Ljubljana:

Neue Impulse für die Stadtentwicklung auf der Urban Future Global Conference 2026

Vom 24. bis 27. März 2026 traf sich die internationale Stadtentwicklungs-Community in Ljubljana zur „Urban Future Global Conference“ (UFGC). Erstmals beteiligte sich das Land Sachsen-Anhalt mit einem eigenen Beitrag aktiv an der Veranstaltung und präsentierte sich dort am Beispiel der Lutherstadt Wittenberg auf internationaler Bühne. Die Stadt ist seit 2025 Gesellschafterin der neu gegründeten SALEG Service GmbH. Für die SALEG nahm Geschäftsführer Dr. Mario Kremling an der Konferenz teil.

Neben zahlreichen Eindrücken zu internationalen Trends stellte die Präsentation des Stadtlabors Wittenberg aus regionaler Sicht ein besonderes Highlight dar. In der interaktiven Session „Mission: Activation – How to think differently about filling vacancies“ berichtete Stefan Polzer, Fachbereichsleiter für Stadtentwicklung der Lutherstadt Wittenberg, aus der Praxis.

Das Stadtlabor am Markt 3 versteht sich als offene Plattform und ist Teil eines breit angelegten Beteiligungsprozesses unter dem Motto „Wandel durch Handlung“. Es lädt Bürgerinnen und Bürger dazu ein, ihre Innenstadt aktiv mitzugestalten – unterstützt durch einen eigenen Fördertopf für gemeinwohlorientierte Projekte.

Polzer betonte auf der Konferenz, dass Leerstand neu bewertet werden müsse: Er sei nicht in erster Linie ein Kostenfaktor, sondern eine Ressource für die Stadtgesellschaft. Mutige und kreative Ansätze – wie die temporäre Nutzung einer Baulücke für einen Pumptrack – können Bewohner aktivieren und das Gemeinschaftsgefühl stärken. Klassisches Stadtmarketing, das häufig vor allem auf Touristen ausgerichtet ist, stoße dabei an seine Grenzen. Nachhaltige Stadtentwicklung entstehe vielmehr durch das Engagement der Einwohner selbst.

Einen Portraitfilm über das Stadtlabor, welches 2024 mit dem Sonderpreis des Stadtumbau Award Sachsen-Anhalt ausgezeichnet wurde, finden Sie hier: SUA2024 Wittenberg | Videos & Filme auf Vimeo

Die in Ljubljana gewonnenen Eindrücke und Strategien sind von großem Wert für die weitere Arbeit der SALEG-Unternehmensgruppe. Das Kompetenzzentrum der SALEG Service wird diese Erkenntnisse im Rahmen der Reihe „Positionen – Perspektiven“ aufbereiten und einem breiteren Publikum zugänglich machen. Die Veröffentlichung eines entsprechenden Positionspapiers ist für Ende Mai geplant.

Weiterführende Informationen:

Die UFGC gilt weltweit als eines der wichtigsten Events für sogenannte „CityChangers“ – engagierte Akteure, die Städte nachhaltiger, lebenswerter und resilienter gestalten. Im Fokus der diesjährigen Konferenz standen zentrale Themen wie Kreislaufwirtschaft (Circularity), bezahlbarer Wohnraum, Klimaanpassung sowie der Umgang mit Gebäudeleerstand unter dem Leitmotiv „Renovation over Construction“. Deutlich wurde dabei: Der Schlüssel zu erfolgreichen Transformationsprozessen liegt häufig in agilen Ansätzen wie dem „Tactical Urbanism“, bei dem durch kurzfristige räumliche Interventionen langfristige Veränderungen angestoßen werden.

Neubau Radweg Güsten-Ilberstedt erfolgreich abgeschlossen

Die neue Radwegeverbindung zwischen Güsten und Ilberstedt ist erfolgreich fertiggestellt. Mit dem Projekt „Radweg Güsten–Ilberstedt“ wurde ein bedeutender Beitrag zur nachhaltigen Mobilitätsentwicklung in der Region umgesetzt. Die Maßnahme wurde im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative mit 1,16 Mio. € durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz gefördert. 

Neben dem Bau des Radwegs wurden in Güsten moderne Abstell- und Ladeinfrastrukturen geschaffen. Auch der Schulhof der Grund- und Sekundarschule wurde erweitert und mit neuen Fahrradabstellanlagen sowie einem Fahrradparcours ausgestattet. Damit wird die Mobilitätsbildung von Kindern und Jugendlichen nachhaltig gestärkt. Zusätzlich wurde eine Kinder- und Jugendfahrradwerkstatt eingerichtet. Der Schulhof ist nun über eine Fahrradstraße direkt an den neuen Radweg angebunden. Durch die teilweise Umwidmung der Straße „Am Stadtgraben“ konnte die Verkehrssicherheit im Umfeld der Schule deutlich verbessert werden.

Die SALEG hat von der Projektentwicklung und Fördermittelbeantragung und -management über die Ausschreibung und Vergabe der Planungs- und Bauleistungen bis hin zur Projektsteuerung und Bauherrenvertretung das Projekt begleitet. Mit dem erfolgreichen Abschluss profitieren die Bürgerinnen und Bürger beider Gemeinden von einer sicheren, modernen und klimafreundlichen Verbindung.

Management Lokaler Aktionsgruppen in der Förderperiode LEADER/CLLD 2021–2027 im Land Sachsen-Anhalt

Seit 2024 arbeitet die SALEG als Manager für die beiden Lokalen Aktionsgruppen Halle (Saale) und Saale-Elster-Geiseltalsee. Eine Lokale Aktionsgruppe stellt einen Zusammenschluss mehrerer Kommunen dar, wobei die beiden Großstädte Magdeburg und Halle (Saale) jeweils eine eigenständige Aktionsgruppe bilden. Das Land Sachsen-Anhalt umfasst in der derzeitigen Förderperiode LEADER/CLLD 2021–2027 insgesamt 24 Lokale Aktionsgruppen, jede davon beschäftigt ein eigenes Management. 

Lokale Akteure in ländlichen Regionen sollen selbst Ideen entwickeln und umsetzen, um ihre Region nachhaltig zu stärken. Dabei geht es vor allem um Innovation, Zusammenarbeit, Bürgerbeteiligung und die nachhaltige Entwicklung Region. Die Bevölkerung soll aktiv mitgestalten – von der Idee bis zur Umsetzung. Wirtschaft, Umwelt und Soziales sollen im Gleichgewicht stehen, damit die Region auch langfristig lebenswert bleibt.

LEADER (franz.: Liaison Entre Actions de Développement de l‘Économie Rurale) steht für die Verbindung von Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft. CLLD (engl.: Community-Led Local Development) bedeutet, die Entwicklung der Region wird von der Bevölkerung vor Ort angetrieben. Für diese Zwecke werden Mittel aus den drei Fonds LEADER (ELER), CLLD EFRE und CLLD ESF PLUS bereitgestellt.

Das Management koordiniert dabei die Umsetzung der festgelegten Ziele und Maßnahmen der Aktionsgruppen. Projektträger werden bei der Planung und Umsetzung von innovativen, qualifizierter und vorgabenkonformen Projekten begleitet sowie bei der Beantragung der Fördermittel unterstützt. Fortschritt und Wirkung der Projekte werden regelmäßig dokumentiert und evaluiert. Wichtig dabei ist auch der Austausch mit anderen Aktionsgruppen sowie mit Behörden und Förderstellen. 

Seit Aufnahme der Tätigkeit konnten in beiden Aktionsgruppen zahlreiche Projekte ermöglicht werden. Mit einem Dorfladen hat die Stiftung „Samariterherberge“ Horburg einen lokalen Treffpunkt für die Bevölkerung geschaffen. Ergänzend erhält der Dorfladen eine Paketstation und flexible Veranstaltungsräume. Hierfür erhielt die Stiftung Fördermittel in Höhe von 1.006.238,65 € aus dem CLLD-Fonds EFRE. Effiziente und nachhaltige Konzepte sichern die langfristige wirtschaftliche Tragfähigkeit des Projekts. Bürgerschaftliches Engagement stärkt die Lebensqualität im ländlichen Raum rund um Horburg und begegnet aktiv den Herausforderungen des demografischen Wandels.

Als erfahrener Dienstleister in der strategischen Steuerung komplexer Prozesse, der zielgruppengerechten Kommunikation und der Vernetzung von Akteuren ist das Management Lokaler Aktionsgruppen für die SALEG ein neues, aber naheliegendes Tätigkeitsfeld. Hier bringen wir unsere bewährte Expertise ein – um die Entwicklung des Landes nicht nur zu begleiten, sondern durch klare Strukturen, kreative Lösungen und nachhaltige Motivation aktiv mitzugestalten.

Wie sieht die Kuhlache von morgen aus?

Die SALEG legt mit dem IHEK den Grundstein für Wittenbergs neues Gesicht an der Elbe

Die Lutherstadt Wittenberg setzt ihren Weg einer nachhaltigen Stadtentwicklung konsequent fort. Aufbauend auf dem „Integrierten Stadtentwicklungskonzept 2030+“ (ISEK) rücken nun die angrenzenden Quartiere der Altstadt verstärkt in den Fokus. Die SALEG bringt hierbei ihre fachliche Expertise ein, da unser Team bereits im Rahmen des ISEK 2030+ den zentralen Fachbaustein „Städtebauliches Entwicklungskonzept“ für die historische Altstadt verantwortete. Das neue Integrierte Handlungskonzept (IHEK) für das Gebiet „Kuhlache“ – künftig bekannt als „Uferpark“ – entsteht dabei als konsequente Teilfortschreibung des bestehenden ISEK 2030+ und sichert so die planerische Kontinuität für die Stadt.

Der Schwerpunkt dieser Teilfortschreibung liegt auf dem Gebiet der „Kuhlache“, das im Jahr 2028 einer der zentralen Schauplätze der Landesgartenschau (LAGA) sein wird. Das von uns zu erarbeitende Konzept schafft die strategische Grundlage, um die Impulse der LAGA nachhaltig im Stadtgefüge zu verankern. Städtebaulich liegt eine besondere Herausforderung in der komplexen Wegebeziehung des Gebiets, welches den Hauptbahnhof mit den künftigen Ausstellungsflächen und den Elbauen verbindet.

Neben der fachlichen Analyse setzt die SALEG bei diesem Projekt auf digitale Methoden der Bürgerbeteiligung. Über das offizielle Beteiligungsportal des Landes Sachsen-Anhalt konzipieren wir derzeit interaktive Formate, um die Bürgerinnen und Bürger frühzeitig in den Prozess einzubinden und die Planung von Anfang an transparent zu gestalten. Die SALEG freut sich darauf, die städtebauliche Vision für Wittenberg als erfahrener Partner weiter zu konkretisieren und die LAGA 2028 als Motor für eine grüne und lebenswerte Stadtentwicklung am Fluss zu nutzen.

Heimlich und hastig entrinnt uns unbemerkt flüchtig 
das Leben – schneller ist nichts als die Jahre.
Wir aber dachten,
es wäre noch so viel Zeit.

Ovid

 

In großer Trauer gedenken wir
unserem langjährigen und viel zu früh verstorbenen Mitarbeiter

Martin Stein

Die SALEG-Unternehmensgruppe verliert mit Martin Stein einen leidenschaftlichen Stadtplaner, der mit ganzem Herzen, hohem Verantwortungsbewusstsein und einem klaren Blick weit über das Fachliche hinaus für die SALEG und in Sachsen-Anhalt wirkte. Er war uns kreativer Förderer, kluger Ratgeber und konstruktiver Kritiker, ein unschätzbar wertvoller Wissens- und Erfahrungsträger, der Menschen verstand und verband. Er genoss hohe Achtung und große Wertschätzung bei allen, die mit ihm zusammenarbeiten, Projekte entwickeln und Ideen umsetzen durften. Sein Denken und Wirken hinterlassen bleibende Spuren. 

Martin Stein wird uns fehlen. 

Wir nehmen Abschied in großer Dankbarkeit und höchstem Respekt.
Unsere Gedanken sind bei seiner Familie.

 

Im Namen der SALEG-Unternehmensgruppe

Rüdiger Malter
Vorsitzender des Aufsichtsrates

Dr. Mario Kremling
SALEG-Geschäftsführer

Katrin Brauns
Betriebsratsvorsitzende